Goldpreis erstmals über 1.500 US-Dollar pro Unze

Die Androhung von S&P die USA herabzustufen lieferte die Steilvorlage. Der Goldpreis erreichte erstmals in seiner Geschichte den Wert von 1.500 Dollar pro Feinunze.

Experten hatten diesen Goldpreis-Verlauf schon in den letzten Tagen vorausgesagt. Gestern am 19.04.2011 am frühen Vormittag war es dann soweit, der Preis für eine Feinunze stieg bis auf 1.501 Dollar. Gold kostet damit soviel wie noch nie. Seit Jahresbeginn hat Gold damit um 180 Dollar zugelegt, das ist ein Plus von fast 14 Prozent.

Im Windschatten von Gold legte auch der Preis für Silber weiter zu und stieg auf 44 Dollar und markierte damit ein 31-Jahres-Hoch. In greifbarer Nähe liegt auch hier das Allzeithoch von knapp 50 Dollar, das im Jahr 1980 erreicht wurde. Seit Jahresbeginn ist Silber um mehr als 60 Prozent gestiegen. Ausschlaggebend dafür ist die starke industrielle Nachfrage. Silber wird vor allem bei der Herstellung von Elektronikprodukten eingesetzt. Spekulanten heizen den Preis über physisch hinterlegte ETCs zusätzlich an.

Die Rekordjagd am Edelmetallmarkt begründen Experten vor allem mit der hohen Unsicherheit unter den Anlegern. So sorgt die weltweit erhöhte Inflation dafür, dass sich viele Investoren in Gold und Silber flüchten. Für zusätzliche Verunsicherung sorgt seit langem die europäische Schuldenkrise. Zuletzt hatten Spekulationen über einen Schuldenschnitt in Griechenland die Krise wieder aufflammen lassen. Darüber hinaus ist in dieser Woche die Kreditwürdigkeit der USA in den Fokus geraten, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s der größten Volkswirtschaft der Welt mit dem Entzug der Bestnote gedroht hatte.

Ob man jetzt noch auf den fahrenden Zug aufspringen und z.B. in Gold investieren sollte, kann niemand sicher beantworten. Fakt ist, dass neben Inflationsängsten und hoher Staatsverschuldung die anhaltenden Unruhen in der arabischen Welt weiter für Unruhe an den Finanzmärkten sorgen werden. Allen Warnrufen zum Trotz, die eine Blasenbildung sehen, dient die Anlage in Gold und Silber nach wie vor als “sicherer Hafen”. Außerdem werden beide Edelmetalle traditionell in US-Dollar gehandelt. Die Schwächephase des US-Dollars könnte also zusätzlich für steigende Edelmetallnotierungen sorgen.

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